Katja Reichelt - Mit einem guten Gespür für Menschen und den richtigen Weg

Wenn Katja Reichelt sich selbst beschreibt, fallen ihr zuerst drei Dinge ein. Sie ist neugierig, vielseitig interessiert und empathisch. Außerdem macht sie gern etwas für andere Menschen. Das klingt zunächst schlicht, sagt aber viel über sie viel über sie und ihr Wirken im beruflichen Kontext aus. Bei Kompass-Leasing geht es im Kern um Beratung, Zahlen, Verträge und Finanzierungsformen. Für Katja Reichelt beginnt eine gute Zusammenarbeit trotzdem immer beim Menschen.

Alles, was beim Umdrehen herunterfällt

Was genau sie finanziert, erklärt Katja Reichelt gern mit einem einfachen Bild. Man stelle ein Gewerbegrundstück samt Haus auf den Kopf und schüttele es kräftig. Alles, was herunterfällt, kann sie finanzieren. Dazu gehören zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge, Computertechnik, Rinder, Pflegebetten oder die Ausstattung eines Cafés. Für diese beweglichen Investitionen sucht sie für ihre Unternehmen die passende Finanzierung. Je nach Vorhaben kann das Leasing, Mietkauf oder ein Darlehen sein. Dabei will sie die Hausbank nicht ersetzen. Vielmehr möchte sie eine gute Ergänzung sein – besonders dann, wenn ein Unternehmen zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten benötigt oder eine unabhängige Einschätzung sinnvoll ist. Durch ihre Erfahrung und ihr Netzwerk kann sie verschiedene Wege aufzeigen und gemeinsam mit dem Unternehmen die Lösung finden, die am besten zum jeweiligen Vorhaben passt

Ihre Kundschaft ist so individuell wie die Dinge, die finanziert werden sollen. Sie arbeitet mit landwirtschaftlichen Betrieben, Bauunternehmen, Pflegeeinrichtungen, Logistikunternehmen oder Gastronomischen Einrichtungen. Manche Unternehmen sind gerade erst gegründet worden. Andere wollen wachsen, stehen vor einer größeren Anschaffung oder müssen andere wirtschaftliche Herausforderungen meistern.

Frau Reichelt setzt sich zwar intensiv mit der jeweiligen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens auseinander, im Gespräch widmet sie sich jedoch zunächst dem/ den handelnden Menschen des Unternehmens. Wie ist jemand zu seinem Geschäft gekommen? Was hat er vor? Und wo soll es hingehen?

»Ich will wissen, wie der Mensch tickt, wie er dazu gekommen ist und wo er hinwill.«

Wenn sie ein Unternehmen und seine Geschichte gut versteht, kann sie das Vorhaben gegenüber Banken und Leasinggesellschaften besser erklären. Für sie ist das ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Es geht nicht nur darum, Zahlen weiterzureichen. Es geht darum, eine passende Lösung zu finden sowie die Geschäftspartner bestmöglich zu entlasten

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Katja Reichelts Weg in die Finanzwelt begann mit einer Ausbildung bei der Sparkasse. Danach arbeitete sie viele Jahre im Vertrieb und in der Vermittlung von Finanzierungen. Der Gedanke an die Selbstständigkeit begleitete sie schon länger.

Am 1. September 2024 war es dann so weit. Katja Reichelt saß an ihrem ersten offiziellen Arbeitstag da und wusste: Jetzt bin ich für alles selbst verantwortlich. In diesem Moment fühlte sie sich nicht mehr nur als Finanzexpertin, sondern wirklich als Unternehmerin. Ganz unvorbereitet kam dieses Gefühl nicht. Sie hatte sich lange mit der Gründung befasst. Deshalb war der Schritt am Ende weniger ein Sprung ins Ungewisse als eine Entscheidung, die für sie stimmig war.

Ohne ihr Netzwerk wäre der Start schwerer gewesen

Eine große Hilfe war ihr Netzwerk. Viele ihrer Kontakte kannte sie bereits seit Jahren. Als sich herumsprach, dass sie nun selbstständig war, klingelte plötzlich das Telefon. Menschen meldeten sich und sagten: „Katja, wir haben gehört, du machst das jetzt selbst. Dann können wir ja zusammenarbeiten.“ Für sie waren diese Anrufe echte Geschenke. Sie musste nicht bei null anfangen, sondern konnte auf Vertrauen aufbauen, das über eine lange Zeit entstanden war.

Ohne diese Kontakte hätte sie zunächst sehr viel Kaltakquise machen müssen. Bis daraus erste Aufträge entstehen, können Monate vergehen. Ihr Netzwerk brachte ihr deshalb nicht nur Kundinnen und Kunden. Es gab ihr beim Start auch ein Stück Sicherheit. Die offenen Türen zeigten ihr, dass andere ihre Arbeit kannten, ihr vertrauten und gern weiter mit ihr zusammenarbeiten wollten.

Auch heute ist das Netzwerk ein wichtiger Teil ihres Geschäfts. Darüber entstehen neue Kontakte zu Unternehmen. Sie kennt verschiedene Finanzierungspartner und weiß, wen sie bei einem bestimmten Vorhaben ansprechen kann. Und wenn ihr bei einer Frage spezielles Wissen fehlt, kennt sie häufig jemanden, der weiterhelfen kann. Genau deshalb ist ein gutes Netzwerk für sie mindestens so wichtig wie Fachwissen.

»Je besser ich vernetzt bin, desto erfolgreicher kann ich arbeiten.«

Als Frau in einer männlich geprägten Branche

Die selbstständige Finanzvermittlung ist grundsätzlich männerdominiert. Bei größeren Runden sitzt Katja Reichelt deshalb häufig als einzige Frau am Tisch. Dass sie wegen ihres Geschlechts weniger ernst genommen wurde, hat sie selbst kaum erlebt. Vielleicht, sagt sie, denkt sie in solchen Situationen auch nicht zuerst daran, dass sie eine Frau ist. Geschäfte werden unter Menschen gemacht, hier zählt Kompetenz und Vertrauen.

Trotzdem nimmt sie Unterschiede wahr. Wenn Männer in einer Runde unter sich sind, wird gern verglichen. Wer hat das größte Projekt, die schnellste Entwicklung oder den stärksten Erfolg? Frauen erlebt sie häufig anders. Sie stellen ihr Können eher unter den Scheffel und nehmen sich zunächst zurück. Gerade bei einem ersten Gespräch kann das dazu führen, dass sie weniger gesehen werden.

Katja Reichelt selbst versucht nicht, irgendein Verhalten zu kopieren. Sie bleibt bei ihrer Art. Sie hört zu, fragt nach und bringt ihr Wissen ein, wenn es darauf ankommt. Dabei hilft ihr auch ihr Gespür für Zwischentöne. Sie merkt schnell, was ihr Gegenüber braucht und wo vielleicht noch Unsicherheit besteht.

Fachwissen allein reicht nicht

Natürlich muss sie ihr Handwerk verstehen. Doch für eine gute Beratung braucht es aus ihrer Sicht noch mehr. Empathie gehört dazu, ebenso Neugier, Organisation und die Fähigkeit, sich auf ganz unterschiedliche Menschen in Unternehmen einzustellen. Katja Reichelt bezeichnet sich selbst mit einem Augenzwinkern als Kümmerin. Sie kann viele Informationen gleichzeitig im Blick behalten, Termine koordinieren und schnell sortieren, was wichtig ist.

Diese Fähigkeiten schreibt sie vielen Frauen zu. Nicht, weil Frauen grundsätzlich so sein müssen, sondern weil sie in Beruf und Familie oft daran gewöhnt sind, viele Dinge gleichzeitig zu managen. Für Katja Reichelt ist das im Arbeitsalltag eine Stärke. Sie kann sich in die Situation eines Unternehmens hineinversetzen und ein Vorhaben so aufbereiten, dass auch der Finanzierungspartner versteht, worum es geht.

Frauen kennen ihre Zahlen, trauen sich aber manchmal weniger

In ihren Gesprächen erlebt Katja Reichelt viele Unternehmerinnen, die ihre Zahlen sehr genau kennen. Sie schauen sich eine Investition von mehreren Seiten an und überlegen gründlich, was passieren könnte. Das ist grundsätzlich gut. Manchmal führt diese Gründlichkeit aber auch dazu, dass sie länger zögern. Männliche Entscheidungsträger erlebt sie häufiger so, dass sie eine Idee haben und einfach loslegen. Frauen fehlt aus ihrer Sicht also nicht die Kompetenz. Manchmal fehlt eher der Mut, ein überschaubares Risiko einzugehen und Wachstum zuzulassen.

Auch über Geld und wirtschaftlichen Erfolg könnten Frauen nach ihrer Meinung selbstverständlicher sprechen. Noch immer ist der Satz präsent, dass man über Geld nicht redet. Katja Reichelt merkt das selbst. Wenn sie sich scherzhaft als die „Tante mit dem Geldkoffer“ vorstellt, wird es in mancher Runde plötzlich still. Ein Finanzstammtisch oder ein anderer kleiner, vertrauter Kreis kann helfen, das Sprechen über Geld zu üben. Wer dort sicherer wird, kann das später auch nach außen tragen.

Wer Katja Reichelt auf ihrem Weg unterstützt hat

Auf ihrem Karriereweg waren es vor allem zwei Männer, die Katja Reichelt gefördert haben. Sie nahmen sie am Anfang ein Stück weit an die Hand, teilten ihr Wissen, vermittelten Kontakte und standen ihr mit Rat und Tat zur Seite. Sie tun das bis heute. Dass gerade Männer diese Rolle übernommen haben, überrascht sie nicht. In ihrer Branche gab es lange nur wenige Frauen, an denen sie sich hätte orientieren können.

Umso mehr freut sie sich darüber, dass Netzwerke von Frauen in den vergangenen Jahren sichtbarer und stärker geworden sind. Frauen können sich gegenseitig empfehlen, Erfahrungen teilen und einander zu Veranstaltungen oder in neue Kontakte mitnehmen. Für Katja Reichelt geht es dabei nicht darum, möglichst viele Namen im Telefon zu speichern. Ein Netzwerk lebt davon, dass man Interesse zeigt, verlässlich ist, Fragen stellt und auch selbst bereit ist, etwas weiterzugeben.

Genau darin liegt auch ihre Botschaft an andere Frauen. Man muss nicht alles allein wissen und können. Es ist völlig in Ordnung, erfahrene Menschen um Rat zu bitten. Wettbewerb schließt Unterstützung nicht aus. Auch wer schon lange im Beruf ist, kann von jüngeren Personen und deren anderen Sichtweisen lernen. Wichtig ist nur, auf Menschen zuzugehen und Kontakte nicht erst dann zu suchen, wenn man dringend Hilfe braucht.

»Einfach fragen und die Menschen ansprechen, die das schon länger machen.«

Sich treu bleiben

Mit der Selbstständigkeit musste Katja Reichelt auch lernen, konsequenter mit sich selbst zu sein. Im Angestelltenverhältnis gab es einen klareren Feierabend und manche Aufgabe konnte zurückgegeben werden. Heute bleibt alles bei ihr. Deshalb muss sie ihren Tag gut strukturieren, Grenzen setzen und manchmal Nein sagen. Auch das gehört für sie zum Unternehmertum.

Bereut hat sie ihre Entscheidung keinen Moment. Sie ist gern selbstständig und möchte ihren eigenen Weg weitergehen. Frauen, die ebenfalls in die Finanzbranche oder in die Selbstständigkeit wollen, rät sie, sich nicht schon vorher in eine Schublade zu stecken. Wer ständig darüber nachdenkt, ob etwas als Frau schwieriger sein könnte, macht sich den Weg unnötig schwer. Besser ist es, sich gute Menschen an die Seite zu holen, Fragen zu stellen und anzufangen.

Für Katja Reichelt bedeutet sich treu zu bleiben auch, neugierig zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Einen Wunsch hat sie deshalb noch: Sie würde gern ihren Master absolvieren. Dass neben dem Aufbau des eigenen Unternehmens immer noch ein neues Ziel Platz hat, passt zu ihrer optimistischen Art. Sie schaut zuerst darauf, was möglich sein könnte, und dann darauf, wie es sich umsetzen lässt.

»Ich bin ein optimistischer Mensch. Was denkbar ist, muss machbar sein. Dieser Leitspruch zieht sich durch mein berufliches und privates Leben.«

»Nicht so viel darüber nachdenken, ob man als Frau weniger kann. Einfach machen.«

Eine Klassefrau mit einem klaren Kompass

Katja Reichelt muss nicht laut auftreten, um wahrgenommen zu werden. Sie kennt ihr Fach, hört genau zu und interessiert sich ehrlich für die Menschen, mit denen sie arbeitet. Ihr Unternehmen trägt den Kompass im Namen. Das passt zu ihr. Sie möchte ihren Kundinnen und Kunden keine Richtung vorgeben, sondern gemeinsam mit ihnen herausfinden, welcher Weg zu ihrem Vorhaben passt.

Dabei bleibt sie sich selbst treu. Sie übernimmt keine Rolle, nur weil die Finanzwelt an vielen Stellen noch männlich geprägt ist. Sie arbeitet auf ihre Weise und zeigt damit, dass Kompetenz ganz unterschiedlich aussehen kann. Genau das macht Katja Reichelt zu einer Klassefrau in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

Was verbinden Sie mit dem Begriff "Tapetenwechsel"?

»Mit einem Tapetenwechsel verbinde ich einen Ausflug aus dem Alltag. Dieser ermöglicht es mir mit Abstand, andere Blickwinkel auf allerhand verschiede Themen zu erhalten und neue Impulse und Erfahrungen mitzunehmen«

Was verbinden Sie mit dem Begriff "Einzigartigkeit"?

»Individualität. Jeder Mensch ist durch seine Herkunft, seine Erfahrungen, seine Einflüsse und seine persönliche Lebensgeschichte einzigartig und unterschiedlich geprägt. Schön ist es, diese Einzigartigkeit anzuerkennen und die Verschiedenheit anderer Menschen als Bereicherung zu verstehen. Es ist ein persönlicher Mehrwert, unterschiedliche Perspektiven, Lebensweisen und Geschichten kennenzulernen.«

Was verbinden Sie mit dem Begriff "Lieblingsplatz"?

»Ein Ort, an dem ich sofort angekommen bin, mich wohl fühle und mir eine Portion Erholung und Entspannung abholen kann.«

Steckbrief

Name:
Katja Reichelt

Jahrgang:
1983

Anzahl Kinder:
1, 2009

Hobbies:
Ich tanze unglaublich gern. Und immer, wenn es die Möglichkeit gibt, auch mal beim Kochen in unserer Küche. Wenn es die Zeit erlaubt, lese ich Krimis und alles, was leicht ist. Fehlt die Zeit, nutze ich Hörbücher, vorzugsweise beim Spazierengehen mit unserem Neufundländer.

Ich bin gern unterwegs in Städten, genieße gutes Essen und Theater oder beim Wandern in der Natur.

Ehrenamtliche Tätigkeiten:
Kirchgemeinderat der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Döbbersen

Ortsvorstandsmitglied Raguth

Vorstand des Feuerwehrvereins Raguth e.V.

Aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr

Branche / Unternehmen:
Kompass-Leasing

Position:
Inhaberin

Schwerpunkte der aktuellen Tätigkeit:
Vermittlung von Leasing-, Mietkauf-, und Darlehensfinanzierungen für bewegliche Wirtschaftsgüter, Beratung von Gewerbekunden zu Finanzierungsoptionen, Betreuung von Bestandskunden und Pflege von Netzwerkpartnern (z. B. Händler, Hersteller, Steuerberater).

Wie viele Mitarbeiter/innen sind Ihnen unterstellt?
derzeit 1 Aushilfskraft